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OWK

präsentiert:

 

 

 

 

 

Devananda Naatha

Kundalini
Das Erbe der Nath-Yogis

 

 

 

 


 


Über den Autor

 

OWK[1] schrieb dieses Buch in Erinnerung an seine Zeit als Devananda Naatha, eingeweihter Yogi im Orden der Nath.

 

Dank gilt dem Überbringer der Lehre, Mahamahopadhyaya Acharya Dr. Vagish Shastri (B.P.T), sowie Satto Babasanji als Freund und Helfer.

 

 

 


 

I - Einführung. 8

Yoga, Kundalini & der Orden der Nath. 9

Shiva und Shakti14

Kundalini-Shakti16

 

II - Theorie. 19

Die Chakren-Lehre der Nath. 20

Warum sieben?. 20

Die sieben Stufen vom Nichts zur Welt21

7. Chakra – Bewusstsein, Leere, das Nichts. 21

6. Chakra – OM (Schwingung)22

5. Chakra – Äther, Raum & Zeit22

4. Chakra – Luft (Gase)22

3. Chakra – Feuer (Kernreaktion)22

2. Chakra – Wasser (Flüssigkeit)23

1. Chakra – Erde (feste Materie)23

Der Umkehrprozess im menschlichen Körper23

Die Chakren im menschlichen Körper25

Klassische Chakren-Tabelle der Nath. 26

Die innere Flöte und der Weg zurück. 26

1. Überleben. 27

2. Sinnliches Empfinden. 28

3. Willenskraft28

4. Liebe. 29

5. Kommunikation, Selbstausdruck. 29

6. Wahrnehmung. 30

7. Meditation, Vereinigung. 31

(R)Evolutionäre Gedanken. 32

Die Chakrenarbeit33

Angesammelter Müll34

Verbrennung durch Sauerstoff (Prana)35

Noch ein Wort zu „Kontrolle“:37

Die Energiekanäle. 39

Reinigung. 39

Ernährung. 39

Bewegung. 40

Dehnen. 40

Meditation. 42

Die drei Hauptkanäle. 43

Sushumna (nicht-dual)43

Ida und Pingala (dual)44

 

III - Praxisteil46

Energieübungen. 47

Kundalini hochziehen. 48

Körperhaltung. 48

Atmung. 49

Atemkreislauf49

Visualisation. 50

Muskelkontraktionen. 50

Kundalini und Sex. 51

Sexuelle Erregungsenergie hochziehen. 52

Ganzkörper-Orgasmen durch Loslassen. 54

Reinigen des dritten Auges. 56

Körperhaltung. 56

Atmung. 57

Visualisation und Atemkreislauf58

Mantra So-Ham.. 58

Kundalini-Schütteln. 60

Musik. 60

Bewegung. 60

Kundalini-Zittern. 62

Vorbereitung. 62

Das Zittern. 63

Abschluss der Übung. 63

Vagyoga – Kundalinimeditation. 65

Das Kundalini-Wiegen. 65

So-Ham Atmung. 67

Die Chakren-Meditationen. 67

1. Chakra (Erde)67

2. Chakra (Wasser)69

3. Chakra (Feuer)69

4. Chakra (Luft)69

5. Chakra (Raum)70

6. Chakra (Om)70

7. Chakra (Shiva)70

8. Chakra (Jenseits) und Abschluss. 71

Yoga Nidra. 72

Einleitung. 72

Der Bewegungsimpuls. 74

Bewusste Bewegungen. 74

Unbewusste Bewegungen. 74

Autonome Entladungen. 75

Tiefenentspannung. 75

Die Technik. 77

Sinn und Zweck. 80

Weniger Schlaf / Schlafersatz. 80

Selbstheilung. 80

Autosuggestion. 81

Mentalreisen. 82

Phantomkörper83

Shaktipat85

 


IV - Die Kundalini-Erfahrung. 88

Der Auslösungsprozess. 89

Erhöhte Energie. 89

Aufgabe / Hingabe. 90

Erste Aufstiegssymptome. 92

Der endgültige Aufstieg. 94

Die Vereinigung, Sammadhi95

 


I - Einführung


Yoga, Kundalini & der Orden der Nath

 

Im Westen kennen viele Leute Yoga als ein System von körperlichen Übungen zur Erhöhung des geistigen, seelischen und eben auch körperlichen Wohlbefindens. Diese bekannten Übungsreihen entstammen dem Hatha-Yoga, einem von vielen Zweigen dieser alten indischen Wissenschaft.

 

Ursprünglich bedeutet der Sanskrit-Begriff „Yoga“ „Vereinigung mit Gott“ – und vereinte alle bekannten Methoden, die zur sogenannten „Erleuchtung“ führen können.

 

Ein wichtiger Zweig war dabei das Kundalini-Yoga, in alten Zeiten auch Vagyoga genannt. In diesem Yoga geht es nicht so sehr um körperliche Übungen, sondern vielmehr um die Erweckung einer geheimnisvollen Energiequelle, die in der Basis der Wirbelsäule schlummert, bis man sie durch Übungen stimuliert. Danach steigt sie Wirbel um Wirbel, Chakra um Chakra das Rückgrat hoch, um schlussendlich das Gehirn zu fluten und den Übenden zur Erleuchtung zu führen – zur Vereinigung mit Gott.

 

Als Überbringer dieser Lehre versteht sich der alte Orden der Nath-Yogis, der sich in seiner Tradition auf die ursprünglichen Rishis beruft, also jene indischen Heiligen, welche die ersten spirituellen Schriften überhaupt (Veden, Upanishaden) verfasst haben. Nath waren immer bereit zu lehren – man musste sie nur finden.

 

Nath gelten als Behüter und Bewahrer des alten vedischen Wissens in seiner ursprünglichen Bedeutung. Die ursprüngliche Kundalini-Lehre der Nath wurde immer wieder in neuem Gewand, der Zeit angepasst, präsentiert – manchmal übernommen, manchmal abgewandelt - und soll in diesem Buch erneut vorgestellt werden.

 

So wendet sich dieses Buch an Kenner von Yoga genauso wie an Anhänger der Kundalini und Chakren-Lehre, aber auch an Sucher von Erleuchtung, an geschichtlich Interessierte gleichermaßen wie an Anhänger des modernen Advaita (Satsang-Bewegung), die sich da meist nur fragen können: „Was soll der ganze Unsinn mit Methoden und Konzepten?“

 

Die ursprüngliche Wissenschaft der Nath hatte nur wenig mit den Techniken und Methoden oder gar Dogmen zu tun, die heute oft als Kundalini-Yoga präsentiert werden. Sie ähnelt in Ansätzen dem Taoismus, ist eine die Phänomenalität beobachtende und benutzende Lehre, verwendet oft nur ein eigens kreiertes Vokabular und geht mit Buddha Hand in Hand, der da gesagt haben soll: „Wahr ist, was funktioniert“.

 

Ursprüngliches Kundalini-Yoga versteht sich als wissenschaftliches System – ohne Mysterienkult. Die Begriffe sind oft nur Bilder und Entsprechungen – wurden aber in der Vergangenheit nur allzu oft wörtlich genommen – und mit dem eigentlichen Sinninhalt verwechselt. Daraus entstanden dann vielerorts Kulte und Systeme, Methoden und nicht hinterfragte Dogmen, esoterisches Halbwissen ohne eigentlichen Bezug zum ursprünglich Gemeinten.

 

In alten Zeiten mussten Lehren über die Wahrheit jedoch oft auch verschleiert dargestellt werden. Es gab dogmatische Religionen, die Macht ausübten und ein offenes Sprechen über DAS WAS IST nicht ermöglichten. Zudem liegt es schon in der Natur der Worte, dass sie missverstanden werden können, manche hören und lesen nur das, was sie hören und lesen wollen oder können - und so ist subjektive Interpretation eine sehr leidige Angewohnheit des menschlichen Verstandes.

 

In der alten „Mantra-Sprache“ Sanskrit war Verschleierung eine einfache Sache. Die meisten Wörter hatten Mehrfachbedeutungen, ein geschriebener Satz konnte auf vielerlei Arten verstanden werden – und so gibt es auch unendlich viele Interpretationen der alten Veden, je nach individuellem Verständnis des Übersetzers. Bei manchen Sätzen bedurfte es auch nur eines gewissen geistigen Tunings, um eine gänzlich andere Bedeutung zu erhalten.

 

Dies ist übrigens auch in Sprachen möglich, in denen keine umfangreichen Mehrfachbedeutungen üblich sind. Nehmen wir z.B. den deutschen Satz (eines meiner Lieblingsbeispiele): „Nichts ist beständiger als der Wandel“. Ein auf den ersten Blick taoistisch anmutender Satz (das „ewige Tao“ als einzig beständiges „Ding“) könnte von einem zur Wahrheit des Buddhismus oder Advaita erwachten Geist auch so gelesen werden, dass eben dieses „Nichts“ (gleich einem substanziellen Ding) bei weitem beständiger wäre, als diese flüchtige, illusionäre Welt der Erscheinungen.

 

Es bedarf also nur des richtigen geistigen Tunings und man kann in gewöhnliche Sätze Hinweise verpacken, die nur von „Eingeweihten“ verstanden werden können (im Englischen bieten sich z.B. Wörter wie „someThing“, „everyBody“, „noBody“, „noThing“, „alOne“ hervorragend für solche Verbalakrobatiken an).

 

Man könnte auch sagen, dass eben Gott auch durch die Sprache wirkt und seine Hinweise bei entsprechender Einstimmung auch in gewöhnlichen Sätzen -  gesprochen von gewöhnlichen Menschen - erkannt werden können.

 

Wer ist allerdings dieser „Gott“ im Sinne von yogischer Tradition?

 

Die Lehre der Nath geht auf den Ursprung aller indischen Religionstradition zurück, besser noch, IST deren Ursprung. So ist die Beantwortung dieser Frage auch recht leicht in der hinduistischen Gottessicht zu finden: „Diese Welt ist Brahman, Brahman ist diese Welt.“ Es wird nicht von einem jenseitigen Gott gesprochen, sondern von einem „Hier und Jetzt“, von einer „Schöpfung“ die nicht nur sein Traum ist – sondern er IST diese Schöpfung, der Traum ist nicht getrennt von einem (jenseitigen) Träumer. Es gibt nicht nur einen Gott – es gibt NUR Gott – und sonst Nichts (auch dieses Nichts ist in Gott enthalten – eigentlich sein Ursprungszustand).

 

Auch der Mensch ist nicht getrennt von Gott – wir LEBEN IN GOTT – und Gott wirkt durch uns – er ist die Seele, die uns Leben einhaucht – wir finden ihn in uns und um uns herum – und schlussendlich erkennen wir uns ALS Gott in dem Augenblick, wo jede subjektive Identifikation mit einem einzelnen, abgetrennten „Ich“ aufgegeben wird.

 

Was hat nun dies alles mit Kundalini zu tun?

Und wie könnte sich der Mensch mit Gott vereinen, wenn er ursprünglich schon dieser Gott IST?

 

Manche erfahren – so paradox dies auch klingt – gerade durch eine spirituelle Erfahrung Trennung. Sie erfahren die Trennung des Erfahrenden von der Erfahrung selbst. Dann gibt es Bewusstsein hier und die Welt der Erscheinungen (skrt.: Maya) dort. Oft erfolgt eine Verlagerung der Identifikation von individuellen „Ich“ hin zum allumfassenden „Ich bin“-Bewusstsein. Dies wäre dann eine subtile Trennung zwischen dem, der diese Welt erfährt, und der Welt an sich. Im einen Fall ist diese Welt dann göttlicher Spielplatz, „Leela“, „Tao“ oder „Existenz“, im anderen „Illusion“ -  je nach Geschmack und Deutung.

 

Natürlich geht dies auch umgekehrt – die Welt der Erscheinung als einzig gültige Wahrheit, der Wahrnehmer (das „Ich“) als Illusion. Um nicht-dual bleiben zu können, muss eben zwangsläufig eines der beiden scheinbar konkurrierenden Phänomene (Wahrnehmender und  Welt) als Illusion erklärt werden.

 

Vereinigung mit Gott im Sinne der Nath-Tradition ist die Vereinigung des Wahrnehmenden mit der Wahrnehmung, die Vereinigung von Bewusstsein MIT der Welt der Erscheinungen. Weder Subjekt noch Objekt werden als Illusion abgetan  – sondern Subjekt und Objekt werden EINS – die wahre Illusion: Dualität!

 

So paradox es nun auch ist: Die Lehre der Nath beginnt eben bei dieser dualen Weltanschauung, benutzt sie gründlich, um den Gottsuchenden schlussendlich genau dort hinzuführen, wo jede Dualität endet.

 

Und sie beginnt genau dort – wo Bewusstsein und „die Welt“ sehr oft als getrennt erachtet werden: im menschlichen Körper. Dafür führt sie nun bestimmte Begriffe ein, die im nächsten Kapitel genauer erörtert werden.


[1] Aktuelle Informationen über OWK auf http://www.owk-satsang.de

 

 


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