Das ICH und das NICHT-ICH
aus der Sammlung "unveröffentlichte
Kapitel zum Buch Erleuchtung"

Das Ich und das Nicht-Ich
Ich habe im Buch vermehrt den Ausdruck „Mind“
gebraucht und bekam vielseitig Anregungen, dieses englische Wort
mit „Verstand“ zu übersetzen. Dagegen „wehrte“ sich mein eigener
„Verstand“. Ausdrücke wie „der Mind hat gestoppt“ oder „wurde
abgeschaltet“ klingen verdammt negativ und „vorbelastet“, würde
ich schreiben „mein Verstand wurde abgeschaltet“. Dies würde
im Leser einen komplett falschen Eindruck erzeugen...
Nun, kurz vor Drucklegung „stolperte“ ich abermals
über dieses viel- und nichts-sagende Wort „Mind“. Und muß
nun eingestehen, daß ich den Leser womöglich überfordern
oder schockieren würde, müßte ich die wahre Bedeutung
dieses Wortes offenlegen. Dies will ich aber nun tun: Was ich meist
mit „Mind“ umschreibe, ist nichts anderes als die subjektive Wahrnehmung
eines „Ichs“, der Gedanke vom „Ich“, der eigentlich eine Illusion
ist. Jenes „Ich“, als das sich der Verstand selbst wahrnimmt, jenes
„Ich“ wird oft mit der „Seele“ verwechselt oder gleichgesetzt. Jenes
„Ich“ existiert nicht, nicht in der absoluten Welt der Gedankenleere.
Dann ist es: „tod“..., und hat nie zuvor existiert, ist nur eine
Einbildung, eine Illusion, eben ein: „Gedanke“. So wie der ganze
„Verstand“ eben nichts weiter als eine „Gedankenmaschine“ ist, eine
„Gehirnfunktion“...
Jenes subjektive „Ich“ stirbt auch beim Tod.
Wie eben der ganze Körper, wie eben das ganze Gehirn. Alle
Gedanken zusammen, alle Ich-Vorstellungen zusammen und jener, der
diese Gedanken denkt und die Vorstellungen bildet, ist eben: „Mind“,
jener abgetrennte subjektive Teil vom „Ich“, der keine Ewigkeit
erfährt...
Dahinter gilt es das „echte Ich“ zu finden, jenes
reine Bewußtsein, daß wir sind. Das wir alle sind. Das
in allen von uns gleich ist, eins ist, Gott ist. Jene eine „Überseele“,
aus der wir kommen, zu der wir zurückkehren... Welches weniger
als „Ich“ sondern als „reines Sein“ empfunden wird. Jenes „jenseitige
Ich“ hat keine „Ich-empfindung“, sondern nur eine „Seins-empfindung“,
die reine Empfindung „zu existieren“.
„Sein oder Nicht-Sein“ erklärt sich dadurch
und hebt sich gegenseitig auf, denn „es gibt nur sein“, und das
„Nicht-Sein“ beschreibt lediglich das „Nichtvorhandensein einer
subjektiven Ich-Wahrnehmung“, jedoch nicht das „NichtvorhandenSEIN“
generell. Es ist wie ein „Existieren ohne Subjekt“... Erst gehen
die Objekte verloren, am Ende auch das wahrnehmende Subjekt. Nur
mehr „SEIN“ existiert...
Manche beenden ihre Reise an den Eingangstüren
des „Nirwana“ und gehen nicht über jenes hinaus. „Nirwana“,
„Nicht-Sein“, „Nicht-Ich“ beschreibt lediglich die Illusion des
persönlichen Ich-Gefühls, welche in dieser Erfahrung als
solche erkannt wird und dadurch – in vielen schockhaft – sogar zu
einer Art dauerhaften „Existenz-Depression“ führen kann („Ich
existiere gar nicht...“). Doch jenseits dieser „Illsusion des Ichs“,
dieser „Auflösung der Persönlichkeit“ findet sich am Ende
das „Über-Ich“, jenes große ganze EINE, das Universum
selbst, der Traum der sich selbst Träumt, jener Eine, jene
Eine, gemeinsam vereint für alle Zeiten, Gott und Göttin,
dieses unbeschreibliche Ganze, das wir alle sind und in dem wir
für alle Zeit leben, dass durch uns lebt, dass uns leben einhaucht
und wieder nimmt, für Pessimisten gleich einem Gefängnis,
für Liebende das all-beglückende Geschenk „EXISTIEREN
ZU DÜRFEN“, wenn auch nur für eine Weile...
Gruß Edgar (owk)
Es raufen das Ich und das Nicht-Ich
Und sind doch am Ende das Selbe. Das eine enthalten im Anderen.
Hallo DU |